Treffen des Reiseforums über Himmelfahrt 2014

Bebilderte Fassung des im Reiseforum hier veröffentlichten Berichtes, an einer Stelle sachlich korrigiert

Auch in diesem Jahr wollten sich etliche Leute des Motorrad-Reiseforums über Himmelfahrt in einer schönen Gegend treffen, um sich kennenzulernen, auszutauschen und gemeinsam ein paar schöne Touren zu fahren. Die Wahl der Gegend fiel diesmal auf die Mosel, unsere Unterkunft sollte im Mosellandhotel Waldeck sein.

Wir hatten eigentlich eine größere, nämlich fast dreiwöchige Anreise über Süditalien geplant. Diese musste ich jedoch schon nach einer Stunde abbrechen, da ich nach einer kürzlich erfolgten kleinen Operation am Knie zwar Motorradfahren konnte, aber offenbar nicht über längere Strecken, mit der Zeit setzten mir die Vibrationen doch zu sehr zu. Ein Wechsel der Besohlung meines Motorrades von Stollenreifen (Heidenau K60 Scout) auf einen Pneu "glatt wie ein Kinderpopo" (Metzeler Tourance Next) brachte große Abhilfe, wenn ich nun alle halbe Stunde mal an einer Ampel oder so den rechten Fuß kurz absetzen konnte, ging es. Die letzte der drei geplanten Urlaubswochen war uns erhalten geblieben, aber am Montag war noch etwas zu erledigen, und da die Wettervorhersage für Dienstag noch schlimmeres Wetter als für Mittwoch angesagt hatte, ging es erst am Mittwoch los, aber dann musste es sein, das Zimmer war gebucht.

Mittwoch, 28.05.2014

Die Wettervorhersage für heute war fies genug, wir würden unterwegs ein riesiges Regengebiet durchqueren müssen. Trocken aufladen konnten wir noch, aber wir zogen uns vorsichtshalber schon gleich die Regensachen an. Und noch vor dem Tanken in Bockel (da wir unter uns waren, durften wir auch mit halbleerem Tank losfahren) brauchten wir die auch. Und hinter dem Bremer Kreuz kam zu allem Überfluss auch noch Baustelle mit Stau dazu. Da man hier aber so freundlich war, lange Zeit vorher schon ein Überholverbot für LKW zu verhängen, standen die Brummer alle rechts Stoßstange an Stoßstange, und wir anderen kamen links so leidlich vorbei.In der Eifel

Bei der Raststätte Münsterland wurde Mittagspause gemacht, und es schien, als wolle das Wetter so ganz langsam wieder trockener werden. Aber erst kurz vor Köln war das dann auch wirklich so weit. Hinter der Rheinbrücke wurden dann die Tanks noch einmal von innen geflutet, aber in der Folge bekamen wir auch noch einmal eindrucksvoll gezeigt, was hohes Verkehrsaufkommen in Verbindung mit einer Baustelle bedeutet. Zwar konnte ich auf diese Weise in mehr als hinreichend kurzen Abständen mein rechtes Knie strecken, aber so wäre das denn nun doch nicht nötig gewesen.

So kamen wir relativ spät erst in Burgen an, wo die anderen, die heute schon anreisen wollten, alle schon draußen um einen Tisch herum saßen. Außer Doris kannten wir hier bisher niemanden, aber so ein Treffen ist ja zum Kennenlernen da, und das geschah dann auch beim Abendessen und beim Bier danach.

Tagesstrecke 555 km, km 20898

Donnerstag, 29.05.2014

Da ich bei der Buchung davon ausgegangen war, dass alle anderen erst heute im Laufe des Tages eintreffen würden, hatte ich uns für heute schon anderweitig verabredet. So gingen wir, nachdem die anderen aufgebrochen waren, noch etwas spazieren und machten uns dann ganz gemütlich auf den Weg in die Eifel.

Burg Pyrmont hinter den Bäumen Kurz nach dem Anstieg auf die Höhen kam ein kleines Dorf heute ganz groß raus, denn man hatte es in einen Flohmarkt umgewandelt. In den Gärten und auf den Höfen wurden alle möglichen Waren angeboten, dazwischen parkte eine Unmenge Autos, und überall liefen die Leute umher, so dass wir nur mit Schrittgeschwindigkeit hindurchkamen. Und in Münstermaifeld hatte man eine Einbahnstraße eingerichtet, die unser Navi noch nicht kannte und die uns nach mehreren vergeblichen Versuchen, durch die zugegeben pittoresken kleinen Sträßchen nach Norden durchzukommen, schließlich zu einem größeren Umweg zwang. Aber zum Fahren waren wir ja schließlich hier.

Beim Café Fahrtwind trafen wir uns mit Katja und Sascha, übriggebliebene Kontakte aus vergangener Aktivität in einem anderen Forum. Die beiden hatten kürzlich geheiratet, und auch sonst gab es so einiges zu erzählen. Aber bald schwangen wir uns auf die Maschinen und ließen uns von ihnen die schönen Ecken, nein, Kurven der Eifel zeigen.von hier oben konnte man auch nicht mehr sehen

In Gerolstein machten wir Pause bei der Eisdiele, und ich parkte mein Mopped neben einer Honda CB1300, wie ich sie bis vor 2 Jahren auch noch gefahren hatte. Kurz darauf machte sich deren Fahrer reisefertig, und 3 weitere dieser schönen Maschinen gesellten sich von weiter hinten noch dazu. Zuhause habe ich dann gelesen, dass hier tatsächlich der Kölner Zweig des CB1300-Forums unterwegs war. Ich bin dort trotz meines Markenwechsels immer noch gelitten, habe allerdings aus dieser Ecke noch niemanden davon persönlich näher kennengelernt und somit auch nicht erkannt.

Nach Verzehr unserer Eisbecher stellte ich beim Betrachten der vorbeifahrenden Autokennzeichen fest, dass ich als Computerfreak hier niemals eine IT-Firma im Landkreis Daun gründen würde (Kennzeichen DAU, geläufige Abkürzung für Dümmster Anzunehmender User, Bezeichnung für gänzlich unbedarfte Anwender, die beispielsweise die Frage "Was steht auf Ihrem Monitor?" mit "Eine Blumenvase" beantworten), sondern damit immer in den Landkreis Bitburg gehen würde (Kennzeichen BIT, kleinste informatische Einheit, kann die Werte 0 oder 1 annehmen).

Bald ging es wieder weiter. Einen Moment lang sah es aus, als wolle es regnen, aber das gab sich nach ein paar Tropfen wieder. Den Rest der Zeit hielt sich der Himmel zwar bedeckt, aber immerhin auch zugeknöpft. So kamen wir auch nach der Verabschiedung wieder trocken zurück nach Burgen, wo inzwischen die meisten der restlichen Teilnehmer eingetroffen waren. Da wurde sich herzlich begrüßt und dann viel erzählt, und zu Lachen gab es auch reichlich.

Tagesstrecke 252 km, km 21150

Freitag, 30.05.2014

unsere Gruppe Die Abfahrt zur heutigen Tour war gestern auf 930 Uhr angesetzt worden. Diese Uhrzeit war manchen zu früh, anderen zu spät, wir jedoch fanden das eigentlich genau richtig, genug Zeit für gemütliches Frühstück (gab es ab 800 Uhr), aber man hatte so noch viel vom bevorstehenden Tag. Es wurden zwei Gruppen gebildet: Die erste geführt von Armin "AlterHeizer" sollte (Nomen est Omen) etwas zügiger zur Sache gehen, während wir anderen hinter dem Gespann von Peter "Orifahrer" auch mal einen Blick in die Landschaft werfen können sollten. Und in dieser Hinsicht wurde uns allerhand geboten. Es ging ein Stück an der Mosel entlang, dann hoch in die Berge, dann wieder hinunter ins Moseltal, vielleicht auch mal hinüber auf die andere Seite, und das Spiel begann von neuem.mehr alte Steine

Der erste Pausenstopp war in der Nähe der Burg Eltz auf einem Parkplatz auf dem Müdener Berg, von dem aus ein Wanderweg hinunter zur Burg führte. Der Plan war, von hier aus möglicherweise eine schöne Aussicht auf die Burg zu haben, aber alles war durch Bäume verstellt. Und zu weiten Gängen hatte niemand die Lust, auch wenn außer mir nur noch Moni noch mit den Folgen einer zurückliegenden Operation zu kämpfen hatte. Einen Gasthof namens Österhof gab es hier auch, aber der stand leer und war zu verkaufen. Also ging es bald wieder weiter. Ein weiterer Halt, bei dem wir diesmal tatsächlich alte Steine zu sehen bekamen, wurde bei der Burg Pyrmont eingelegt.noch mehr alte Steine

Irgendwo unterwegs stand in einer Ortschaft am Straßenrand geparkt ein Trabant mit der Aufschrift "Nur Männer aus Stahl fahren Autos aus Pappe!" im Heckfenster. Ich kenne das, bin ich doch viele Jahre lang "Ente" (Citroen 2CV) gefahren und musste mir von Schul- und anderen Kameraden manchen Spott anhören. Man lernt auf diese Weise also, sich gegen Lästereien aller Art zu stählen.der Pündericher Hangviadukt

Eine Weile später mussten wir an einer Kreuzung drei mit Vorfahrt ankommende Harleys durchlassen, die sich auf diese Weise mitten in die Gruppe mischten. Auf der folgenden schmalen und sehr kurvenreichen Strecke zog Peter mit dem Gespann zusammen mit dem vorderen Teil dann schnell davon. Ich bin bei Überholvorgängen schon ziemlich sicherheitsbewusst, Ulrike vor mir ist das noch mehr, also blieben wir dahinter, was aus unserer Fahrt spürbar das Tempo herausnahm. Erst am Kloster Maria-Engelport war es dann möglich, vorbeizukommen, gleich dahinter war dann aber sowieso Pause angesagt. Hier gab es nämlich die Pulgersmühle, wo man schön auf der Terrasse draußen sitzen konnte. Eigentlich schwebte mir ja als Pausensnack ein Eisbecher vor, aber von dem Salat mit kleiner gebratener Forelle auf der Karte ließ ich mich umstimmen, und die war auch sehr lecker. Während wir auf das Essen warteten, sah jemand 300 Meter weiter an der Einmündung die andere Gruppe stehen, die dort anscheinend zu einer Beratung angehalten hatte. Alles Winken nützte nichts, zum Rufen war es zu weit, aber jemand konnte auf den Fingern pfeifen (das muss ich wohl auch mal lernen), dann kamen sie angefahren, und wir waren alle wieder vereint.

Für die Weiterfahrt wurde beschlossen, die Route etwas abzukürzen, die andere Gruppe war nämlich schon zum zweitenmal an dieser Stelle vorbeigekommen, wenn wir diesen Kringel auch noch drehen wollten, würde das heute reichlich spät werden. Ein Programmpunkt blieb jedoch im Programm, nämlich ein Pausenstopp an einer Stelle, von der aus man den Pündericher Hangviadukt sehen konnte. Da hat unser Armin, der ob seiner unermüdlichen Tourplanungs- und Führungstätigkeit schon in "G'Armin" umgetauft worden war, seinem neuen Namen alle Ehre gemacht und uns eine wirklich schöne Strecke herausgesucht.

nicht spektakulär, aber schön

Einige aus der Gruppe gingen nach dem Abendessen noch auf einen Spaziergang den Berg hoch, aber wir fühlten uns nicht danach, waren wohl schon zu lange an der frischen Luft gewesen heute. Ulrike als langjährige Medizintechnik-Ingenieurin sagt, Sauerstoff sei toxisch, und ich war diesen Abend durchaus geneigt, ihr das zu glauben.

Tagesstrecke 270 km, km 221420

Sonnabend, 31.05.2014

der Rhein Die Abfahrt war heute wieder für die gleiche Zeit abgesetzt wie gestern, und auch die Gruppenaufteilung hatte sich aus unserer Sicht bewährt. Da die auswärtig untergebrachten Leute, die alle in der schnelleren Gruppe fuhren, um Punkt halb noch nicht zur Stelle waren, ergab es sich, dass wir als erstes losfuhren. Schließlich wollten wir versuchen, nicht wieder aus Zeitgründen einen Teil der sicherlich wieder sehr schönen Tour überspringen zu müssen. Es dauerte aber gar nicht lange, da machte Armin dem zweiten Teil seines Forumsnamens alle Ehre und arbeitete sich durch unsere Gruppe nach vorne, den Rest seiner Mitfahrer im Schlepptau. Unglücklicherweise machten sie aber recht bald einen kurzen Halt, vielleicht weil irgendjemand etwas richten musste oder um sich untereinander abzustimmen, und wir waren wieder vorne. Da wiederholte sich das Spiel dann von neuem, nur dass diesmal seine Kompagnons dem Armin die Gefolgschaft verweigerten und hinten blieben. Und vorne an der Spitze zog Peter jetzt etwas doller am Hahn und zeigte, dass ein versierter Gespannfahrer unserem Heizer vielleicht doch das (Kühl-)Wasser reichen kann. Jedenfalls kam es so, dass wir fortan alle zusammen weiterfuhren.

Auf alle Fälle hatte Armin uns auch heute wieder eine prima Route ausgesucht. Neben schönen Straßenverläufen bekamen wir auch wieder einen Ausblick auf die Mosel serviert, nämlich in Starkenburg, wo wir kurz anhielten und einen guten Blick auf einen Moselbogen hatten. Mich persönlich störte dabei allerdings etwas die Stadt Traben-Trarbach, die sich in eben diesem Moselbogen befand, die Landschaft wirkte dadurch doch etwas zugebaut. Nun führte uns die Strecke in den Hunsrück hinauf, denn es bestand die Befürchtung, am Wochenende könnte an der Mosel vielleicht zuviel los sein. Das war auf den gewählten Strecken nun wirklich nicht der Fall, wir fuhren sehr angenehm über viele kleinere Straßen durch schöne Gegenden und beschauliche Dörfer.

hier gab es nichts zu EssenIn Rudolfshaus war es so langsam Zeit für die Mittagsrast. Also folgten wir zunächst dem Hinweis zur Birkenmühle, das war eben um die Ecke. Dort stand zwar das Wort "Willkommen" über der Tür, aber es war niemand da, uns willkommen zu heißen, ganz offenbar wurde auch hier gerade ein neuer "Investor" gesucht. Interessanterweise fand ich bei der Nachbereitung hierzu wie auch vom Österhof gestern jeweils Internetauftritte, die den Eindruck erweckten, als wäre hier voller Betrieb. Da könnten also durchaus noch mehr Leute eine kleine Enttäuschung erleben. Aber gegenüber führte eine kleine Stichstraße zum Forellenhof Reinhartsmühle, und dort konnten wir dann tatsächlich essen (diesmal aber keine Forelle). Im Foyer hatten sie eine beeindruckende Whiskysammlung, und laut Webseite führen sie auch Veranstaltungen zu dem Thema durch.

Relativ kurz danach mussten wir beim Schloss Dhaun zwingend noch eine weitere Pause machen, weil Peter in seiner Eigenschaft als Orifahrer hier ein Beweisfoto eines Zielpunktes der diesjährigen Tourenzielfahrt des BVDM machen wollte. Im weiteren Verlauf der Route kamen wir schließlich an den Rhein und hielten zunächst an einer Stelle hoch oben, wo man unten im Fluß die Burg Pfalzgrafenstein betrachten konnte. Hier war eine Sitzgruppe aufgestellt, auf der ein einsamer Fahrradfahrer Pause machte. Ich bewundere ja diese Leute irgendwie, fahre zwar selbst ganz gerne Rad, aber nicht in den Bergen. Der Helm dieses Radfahrers jedenfalls musste herhalten für ein Foto mit unserem Armin. Dann folgte noch ein Halt am Aussichtspunkt Maria Ruh, von wo man einen direkten Blick auf die gegenüberliegende Loreley hatte. Dann ging es so langsam wieder zurück an die Mosel.

der Rhein ist auch ein schönes Fotomotiv

Loreleyblick

Zum Abend hatten wir zusammen mit Dieter "Crazy Philosoph" und Susanne beschlossen, das zwar nicht schlechte, aber doch irgendwie stets gleichgeartete Abendbuffet auszulassen und mal woanders zu essen. So gingen wir in den Ort, wo die auswärts untergebrachten in der Weinstube Günther einen Tisch für uns bestellt hatten. Die gewünschte Abwechslung wurde uns geboten, aber zuvor wurde unsere Geduld doch auf eine harte Probe gestellt. Das wäre bei den angeregten Gesprächen gut zu ertragen gewesen, hätten wir nicht solchen Hunger gehabt. Später kam dann noch der Rest der Gruppe auf ihrem Abendspaziergang vorbei, so dass es noch eine große und lustige Runde wurde. Leider machten sich bald doch wieder starke Anzeichen von Sauerstoffvergiftung bemerkbar, so dass wir mit dem Dunkelwerden wieder unserer Unterkunft zustrebten.die Weinstube Günther

Tagesstrecke 307 km, km 21727

Sonntag, 01.06. 2014

Aufbruch zur Rückfahrt Heute hieß es früh Abschied nehmen, denn wir hatten (mit Ausnahme von Moni, die sich aber ja fahren ließ) noch die weiteste Strecke von allen vor uns. Dementsprechend früh brachen wir dann auch gleich nach dem Frühstück auf. Trotzdem wollten wir uns es nicht nehmen lassen, möglichst lange über Land zu fahren und uns die Gegend anzuschauen. Zunächst ging es die Mosel abwärts. Unterwegs hielt ich bei einem Souvenirgeschäft an, um noch einen Aufkleber für den Motorradkoffer zu bekommen. Offenbar konnte man hier auch Weinpflanzen bekommen, denn die Dame vor mir hielt einen Topf mit einer solchen Pflanze in der Hand und wurde langatmig mit Pflegehinweisen versorgt (im ersten Jahr immer gießen, danach hat sich die Pfahlwurzel zum Grundwasser vorgearbeitet, zum Hochbinden Bast nehmen, legen Sie sich die Rolle und eine Schere daneben, damit Sie sie immer schnell zur Hand haben, Rhabarber, Rhabarber, ...)

Hinter Koblenz ging es zunächst durch den Westerwald und dann durch das Sauerland, selten auf ganz kleinen oder ganz großen, sondern meistens auf mittelgroßen Landstraßen, auf denen es sich prima fahren ließ. Auf einer davon haben wir dann - fernab vom Meer - den Fliegenden Holländer gesehen. Da überholte uns nämlich mit Höllenlärm ein Motorrad mit gelbem Kennzeichen in einem Affenzahn, dass ich kurz davor war, den Seitenständer auszuklappen, weil meine Maschine doch offenbar zum Stillstand gekommen war. Eine Weile später wurden wir von einer Gruppe weiterer Niederländer ein- und überholt. Die Straße führte an der Stelle im Bogen hinab in ein Tal und an einer Tankstelle vorbei, dort unten brüllte ein Motor auf, und der Fliegende kam hervorgeschossen, um sich seinen Kumpels wieder anzuschließen. Ulrike meinte, man solle ihm einen Wohnwagen anhängen, dann würde er, wenn schon nicht leiser, so doch ruhiger werden.

Auf der weiteren Strecke nahmen wir noch eine Ecke Weserbergland mit, in Barntrup aßen wir leckere Tortellini vor dem Café am Park. Hinter Rinteln wurde es dann endgültig platt, und in Nienburg beschlossen wir dann, für den Rest der Strecke doch die Autobahn zu nehmen. Das war der unerfreulichste Teil der ganzen Fahrt, denn hier war es teilweise so voll, dass wir das Gefühl hatten, kaum schneller voranzukommen als zuvor, und wir mussten uns mit Typen herumschlagen, die meinten, auch in dichtem Gedrängel hätte alle Welt sie vorbeizulassen. Und weil ich Leute mit schlichter Denk- und riskanter Fahrweise lieber vor als hinter mir habe, lasse ich sie in der Regel auch vorbei, auch wenn ein Teil von mir meint, dass das nicht richtig ist.

Wie auch immer, wir kamen ohne allzugroße Staus nach Hamburg und wurden dort von unseren Nachbarn der Erdgeschosswohnung begrüßt, die ganz entspannt mit einem Gläschen Wein in der Hand vor dem Haus saßen und den Abend genossen.

Tagesstrecke 595 km, km 22322

Gesamtstrecke 1819 km


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